UA-43156904-2
Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Vorsicht vor Futterplänen!

 

Seit vielen Jahren setzt sich das Barfen immer mehr gegen die Fertigfutter-Industrie durch, obwohl diese mit milliardenschweren Werbeetat versucht, genau dieses zu verhindern. Doch der Erfolg den man mit einer artgerechten Ernährung erfährt, kann einfach niemand mehr schlecht reden.

 

Das Barfen hat sich also durchgesetzt gegen jene, die behaupteten zu wissen, was ein Hund denn nun so jeden Tag benötigt. Immer mehr Menschen sind weg von den angeblich perfekten Fertigmahlzeiten. Man hat erkannt, dass es gerade die Abwechslung ist, die sich positiv auf den Organismus auswirkt.

 

Und dann hat plötzlich jemand bemerkt, dass man gutes Geld damit verdienen kann, Futterpläne zu erstellen. Was aber noch besser ist: Jene auszubilden, die dieses dann „dürfen“. Tausende Euros kostet eine entsprechende Ausbildung, nach der sich diejenigen „Ernährungsexperte“ nennen dürfen. Natürlich lassen sich Menschen gerne davon blenden und so haben alle etwas von diesem Geschäftsmodell.

 

Doch wie sieht es mit der Glaubwürdigkeit mit genau diesen Menschen aus? Eine gute Anamnese bedarf Zeit. In ausführlichen Gesprächen müssen Lebensumstände, Gewohnheiten, Vorlieben, etc. besprochen werden. Nach einer intensiven körperlichen Untersuchung, einem großen Blutbild und einem Urintest kann dann ein erster, vorläufiger Futterplan erstellt werden. Alle Werte müssen, aufgrund von event. aufkommenden Schwankungen im Gemüts- und Gesundheitszustand, ein weiteres Mal kontrolliert werden. Danach muss der Futterplan entsprechend angepasst werden. Nach weiteren 2-3 Wochen müssen die Auswirkungen des Plans, durch weitere Tests kontrolliert werden. Weitere Kontrollen und Anpassungen sollten dann in regelmäßig Abständen erfolgen. Das klingt sehr Umständlich? Das ist es auch. Aus diesem Grund sollten Futterpläne auch nur für Hunde erstellt werden, die wirklich Probleme haben. Und dann auch nur von Menschen, die das studiert haben und nicht welche, die irgendwo einen (ziemlich teuren) Kurs besucht haben!

 

Bei der Erstellung von Futterplänen geht man von bestimmten Voraussetzungen aus. Doch wie so oft gleiten dabei Theorie und Praxis weit auseinander. Denn z.B. streiten sich die Experten bis Heute darüber, ob Wölfe den Mageninhalt fressen, oder eben nicht. Oder geht man bei den Werten immer davon aus, dass komplette Beutetiere gefressen werden. Es gibt aber auch Wölfe mit Vorlieben. Und so müssen untere Rangmitglieder grundsätzlich mit dem klar kommen, was ihnen die anderen übriggelassen haben. Durch regionale und saisonale Gegebenheiten kann auch die Art des Nahrungsangebotes, über eine gewisse Zeit, in der Natur sehr eintönig sein. Wer also behauptet genau zu wissen, was richtig ist und was nicht, der lügt.

 

Es gibt im Internet reichlich kostenlose Futterpläne. Diese können bei einer groben Orientierung helfen. Ansonsten halten wir es wie die Barf-Ikone Swanie Simon, die es mal so formuliert hat:

 

Barfen ist leicht. Barfen ist keine Religion. Barfen ist einfach nur Hunde füttern.

 

Es besteht kein Grund ein Brimborium drum zu machen. Es ist nicht entscheidend, ob der Hund ein bisschen Getreide bekommt oder 30% statt 10% Gemüse. Es ist nicht entscheidend, ob der Hund zwei Mal am Tag frisst oder nur einmal alle zwei Tage. Entscheidend ist, dass man sich am Beutetier orientiert und abwechslungsreich füttert. Entscheidend ist, dass das Futter frisch und möglichst unbehandelt ist und dass man weiß, was in seinen Hund „reingeht“.

 

Es gibt inzwischen sehr kranke Hunde in unserem Land. Einige davon vertragen bestimmte Lebensmittel nicht, andere können Futter nicht mehr richtig verdauen. Für solche Hunde muss man die Fütterung so gestalten, dass es ihnen gut geht. Wenn es einem Hund mit etwas Milchprodukten und Getreide besser geht, sollte man ihm das füttern. Wenn ein Hund Knochen nicht verdauen kann, sollte man keine Knochen füttern. Wenn ein Hund nur gekochtes Futter vertragen kann, sollte man sein Futter kochen.

 

Mogens Eliasen hat es treffend formuliert als er sagte; „wenn ein Hund Rohfutter nicht verträgt, liegt es nicht daran, dass das Futter nicht in Ordnung ist, sondern daran, dass der Hund nicht in Ordnung ist“.

 

BARF disqualifiziert sich als Ernährungskonzept nicht, wenn ein kranker Hund es nicht verträgt. Vielmehr bietet BARF die Möglichkeit, die Ernährung mit wenig Mühe auf den individuellen Hund abzustimmen.

 

Gesunde Hunde vertragen im Gegensatz zu kranken Hunden fast jedes Futter. Grobe Ernährungsfehler wie zum Beispiel Ernährung aus dem Sack zeigen sich oft erst nach einigen Generationen. Grobe Ernährungsfehler findet man in den meisten BARF-Plänen aber nicht. Orientiert man sich am Modell Beutetier und erlaubt man den Hund auch mal diverse Wildpflanzen und Kot von Pflanzenfressern zu sich zu nehmen, wird diese Ernährungsform zur Gesunderhaltung führen. Ob man ein bisschen Getreide, Milchprodukte oder andere „nicht artgerechte“ Komponenten der Nahrung hinzufügt, spielt kaum eine Rolle und führt nur zu Polemisierung des Themas BARF.